ASI zertifiziertes Aluminium: Audi geht voran

Die AUDI AG ist als erster Automobilhersteller mit dem „Chain of Custody“-Zertifikat der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) ausgezeichnet worden. Ein Meilenstein für das Unternehmen.

12.01.2021 Lesezeit: 6 min

Die AUDI AG ist als erster Automobilhersteller mit dem „Chain of Custody“-Zertifikat der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) ausgezeichnet worden. Es bescheinigt, dass Audi die Materialflusskette für möglichst nachhaltig hergestelltes Aluminium gemäß ASI-Standard einhalten und das entsprechend zertifizierte Material auch in den „Aluminium Closed Loop“ mit seinen Lieferanten überführen kann. Das durch ASI zertifizierte Nachhaltigkeitsniveau bleibt somit nicht nur für die Fahrzeugbauteile, sondern auch für die im Kreislauf geführten Prozessverschnitte aus den Audi Presswerken erhalten.

Ressourcen des Planeten schonen

  

“Verantwortungsvoller Umgang mit Ressourcen ist für uns selbstverständlich. Wir bei Audi sehen es als unsere Pflicht, sorgsam mit den wertvollen Ressourcen unseres Planeten umzugehen.”

Josef Schön, Corporate Responsibility

„Wir sind überzeugt davon, dass wir so etwas verändern können. Und der Umgang von Audi mit dem Werkstoff Aluminium ist ein richtig gutes Beispiel, wie Audi einen Teil zu mehr Nachhaltigkeit leisten möchte“, sagt Josef Schön aus dem Bereich Corporate Responsibility.

Audi denkt in allen Prozessschritten der Wertschöpfung an Nachhaltigkeit. Aluminium – dessen Herstellung besonders energieintensiv ist – steht hierbei besonders im Fokus. Hier verfolgt das Unternehmen unterschiedliche Ansätze, um den nachhaltigen Umgang mit dem Werkstoff in seinen vielfältigen Facetten möglich zu machen. Eine Priorität ist es, Ressourcen zu schonen – das bedeutet auch, das benötigte Material an den richtigen Stellen in der richtigen Menge einzusetzen. Leichtbau mit Aluminium ist seit Jahrzehnten eine der großen Stärken von Audi. Das Unternehmen hat eine besondere Expertise bei der Verwendung dieses Werkstoffes in Fahrzeugen und Komponenten.

Aluminium Coils im Presswerk am Audi-Standort Győr.
Aluminium Coils im Presswerk am Audi-Standort Győr.

Quick Facts Aluminium

Grundlagen

Aluminium (Al), kurz oft nur Alu genannt, ist ein Metall. Es gehört zur Gruppe der Leichtmetalle und es hat eine Dichte von 2,7 g/cm³. Das bedeutet: Ein Liter davon wiegt nicht einmal drei Kilogramm. Zum Vergleich: 1 Liter Stahl wiegt ungefähr 7,85 kg, 1 Liter Gold etwa 19,3 kg.

Eigenschaften

Aluminium hat zwei zentrale Eigenschaften: es ist leicht und rostet nicht. Es wird deshalb auf viele Arten verwendet und findet häufig im Fahrzeugbau sowie der Luft- und Raumfahrt Verwendung.  Aluminium ist seit den Pioniertagen des Automobils ein beliebter Werkstoff für Karosserien: Bereits 1913 fertigte NSU den Typ 8/24, dessen Karosserie komplett aus Aluminium bestand.

Vorkommen

Alu wird nicht hergestellt, sondern aus Bauxit gewonnen. Bauxit ist das aluhaltige Mineral aus dem Alu u.a. elektrolytisch geschmolzen wird. Der Name kommt von der französischen Ortschaft Les Baux-de-Provence, wo das Erz zum ersten Mal gefunden wurde. Bauxit gewinnt man heute vor allem in Australien, China, Afrika und in Brasilien.

Gewinnung

Es braucht sehr viel elektrische Energie, um reines Aluminium herzustellen. 2019 wurden in Deutschland rund 507.000 Tonnen Primär-Aluminium hergestellt, wofür rund 7,6 Terawattstunden Energie notwendig waren. Etwas weniger, wie ein Atomkraftwerk pro Jahr erzeugt. Deshalb lohnt es sich, gebrauchte Alu-Teile zu sammeln und wieder einzuschmelzen.

Nachhaltigkeit mit Zertifikat

Wer sich mit Nachhaltigkeit und Aluminium beschäftigt, der weiß meist um die Arbeit der Aluminium Stewardship Initiative. Dieser Zusammenschluss von 143 Stakeholdern hat einen globalen Standard für den Umgang mit Aluminium entwickelt, der entlang der Aluminiumwertschöpfungskette ökologische, soziale und wirtschaftsethische Kriterien festlegt. Bei der ASI sind Vertreter indigener Völker ein fester Bestandteil der Organisationsstruktur, auch der Austausch mit Gewerkschaftsvertretern spielt eine wichtige Rolle. Bereits 2018 hat Audi als erster Automobilhersteller das „ASI Performance Standard“-Zertifikat für einen verantwortungsbewussten Umgang mit Aluminium im Zusammenhang mit dem Batteriegehäuse des Audi e-tron* erhalten – doch das war nur der Anfang.

Jetzt folgte das „Chain of Custody“-Zertifikat der Aluminium Stewardship Initiative für die Standorte Ingolstadt und Neckarsulm. Audi ist damit der erste Automobilhersteller der Welt, der diese Auszeichnung in diesem Umfang tragen darf.  Das Unternehmen ist damit nachweislich in der Lage, nachhaltig hergestelltes Aluminium in Kreisläufen zu führen. „Wir gratulieren Audi herzlich dazu, dass das Unternehmen die ASI „Chain of Custody“-Zertifizierung für seine beiden Presswerkbetriebe erhalten hat und der erste OEM ist, der CoC in seinen eigenen Betrieben einführt“, sagte Fiona Solomon, CEO der Aluminium Stewardship Initiative. „Im Laufe des Jahres 2020 haben wir ein wachsendes Interesse bei den nachgelagerten Aluminiumanwendern festgestellt, verantwortungsvoll produziertes Aluminium für ihre Produkte zu beziehen und dies gegenüber ihren Kunden nachweisen zu können. Gepaart mit dem Aluminium Closed Loop an diesen Standorten ermöglicht die CoC-Zertifizierung Audi, die Erwartungen der Verbraucher und die Nachfrage nach nachhaltigeren Produkten zu erfüllen." Die nächsten Schritte sind bereits in Planung: Im Jahr 2021 sollen weitere Standorte nach dem ASI-Standard zertifiziert werden. Da helfen die sektorübergreifenden und industrieweiten Mechanismen der ASI: deren „Chain of Custody“ stellt sicher, dass nur ASI-zertifiziertes Material bei Audi ankommt.

Audi e-tron: Stromverbrauch kombiniert*: 24,3–21,4 kWh/100km (NEFZ); 26,1–21,7 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Audi e-tron: Stromverbrauch kombiniert*: 24,3–21,4 kWh/100km (NEFZ); 26,1–21,7 kWh/100km (WLTP)CO₂-Emissionen kombiniert*: 0 g/km

Zertifikate und Standards helfen uns, nachzuvollziehen, dass sich unsere Zulieferer vor Ort an international anerkannte Menschenrechts- und Umwelt-Standards halten.

Josef Schön, Corporate Responsibility

ASI-Zertifizierung & „Chain of Custody“

Wofür steht „Chain of Custody“?

„Chain of Custody“ (CoC) heißt ins Deutsche übersetzt Beweiskette. In dieser wird dokumentiert, woher ein Unternehmen wieviel Alu ein- und verkauft. Damit ist der gesamte Aluminiumkreislauf zertifizierter Unternehmen nachvollziehbar.

Die CoC ist eine anerkannte Methode, Material über seine Masse zu verwalten – weil man dem Aluminium nicht ansieht, woher es kommt, wenn es z.B. einmal eine Schmelzerei durchlaufen hat. Oder einfach: Auf einer Rolle Aluminium klebte bisher kein Aufkleber über Herkunft und Herstellung, wie man das mittlerweile von Bananen im Supermarkt kennt. Durch die Weitergabe von Zertifikaten, die ein zentrales Element dieser Bilanzierung sind, entsteht Nachvollziehbarkeit.

Mitarbeiten statt Zuschauen

Selbst wenn in den kommenden Monaten die Verarbeitung von Aluminium an mehreren Standorten von Audi zertifiziert sein sollte, ist das Ziel lange noch nicht erreicht. Josef Schön: „Zertifikate alleine sind uns nicht genug. Ein wichtiger Teil der Nachhaltigkeitsstrategie von Audi ist es, immer besser zu werden und sich aktiv einzubringen. Und die Mitarbeit in Initiativen wie der ASI – so wie sie auch von der UN in den Sustainable Development Goals gefordert wird – ist ein wesentlicher Teil unseres Engagements.“

Doch der nachhaltige Umgang mit Aluminium ist ein komplexes Unterfangen, da diese Arbeit weit entfernt von den Werkzäunen der AUDI AG beginnt. Die Arbeit in der sogenannten „tieferen Lieferkette“ und über vertragliche Beziehungen hinaus fordert ein intensives Engagement. Schon seit 2013 ist Audi Mitglied der Aluminium Stewardship Initiative (ASI) und Experten von Audi sitzen mit am (virtuellen) Tisch, wenn es darum geht, neue Standards zu entwickeln und bestehende Standards zu verbessern. Bei der ASI unterstützt Audi zurzeit die Weiterentwicklung der ASI-Zertifizierungen, die zum Teil schon 2021 verabschiedet werden sollen. Langfristigkeit ist bei dem Engagement von Audi in der Aluminium Stewardship Initiative eine weitere wichtige Komponente. Vertrauen und starke Partnerschaften müssen schließlich auch wachsen. Mathias Kellner, Leiter Beschaffung Metall bei Audi: „Gemeinsam mit weiteren Herstellern, Zulieferern oder Stakeholdern aus der Industrie können wir viel mehr bewirken. Verantwortungsvolles Handeln erfordert, mit allen Anspruchsgruppen in einen Dialog zu treten, die Interessen des Gegenübers ernst zu nehmen – und niemanden zurückzulassen.“ Es muss gelingen, einen industrieweiten Konsens zu erzielen und verbindliche Standards und Prozesse zu etablieren, die möglichst für alle gelten.

Geschlossene Kreisläufe

Audi nutzt das gekaufte Aluminium effizient, Verschnitte werden gering gehalten und diese werden wiederverwendet. Um noch weniger Primär-Aluminium in der Herstellung zu verwenden, hat Audi bereits 2017 den Aluminium Closed Loop ins Leben gerufen. Dieser stellt sicher, dass hochwertiger Aluproduktionsverschnitt nicht einfach nur am Schrottmarkt verkauft, sondern im Materialkreislauf weitergereicht wird. „Dadurch schonen wir wertvolle Ressourcen“, erklärt Alois Winkler, Projektleiter in der Strategie Beschaffung. „Der Aluminium Closed Loop ermöglicht es uns, den wertvollen Rohstoff, bei dem durch den ASI Chain-of-Custody-Standard eine nachhaltige Herstellung über die Wertschöpfungskette sichergestellt ist, im Kreislauf zu halten.“

Bei der Produktion entstandene Aluminiumabfälle werden zurück zum Zulieferer gebracht, der daraus neue Aluminium-Coils in Originalqualität herstellt und diese zu Audi zurückbringt.

Bei der Produktion entstandene Aluminiumabfälle werden zurück zum Zulieferer gebracht, der daraus neue Aluminium-Coils in Originalqualität herstellt und diese zu Audi zurückbringt.

Wie das funktioniert? Der Verschnitt an Aluminiumblechteilen aus dem Presswerk wird direkt an den Lieferanten zurückgeliefert. Dieser kann den Schrott recyceln und für die Herstellung von neuem Material verwenden, das Audi anschließend wieder im Presswerk einsetzt. Seit Januar 2020 ist neben dem Werk in Neckarsulm auch das Werk in Ingolstadt an den Aluminium-Closed-Loop-Prozess angebunden, 2021 soll das Werk in Győr folgen.

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